02.12.2014

"Familienfreundlichkeit am Arbeitsplatz" - eine Umfrage im Kitzinger Land

Arbeit im BündnisForum „Unternehmen und Familienfreundlichkeit“

Arbeit im BündnisForum „Unternehmen und Familienfreundlichkeit“

Das Forum „Unternehmen und Familienfreundlichkeit“ des Lokalen Bündnis für Familie Kitzinger Land, an dem regelmäßig rund zehn Personen aus Wirtschaft, Handwerk und Verbänden, teilnehmen, hat eine Arbeitnehmerumfrage entwickelt.

Ziel war es, mehr darüber zu erfahren, welche Maßnahmen, die immer als familienfreundlich beworben werden, für die Arbeitnehmer wirklich von Bedeutung sind und welche im ländlichen Raum zum Teil keine Rolle spielen.

Dieser Ansatz war neu und die Mitglieder erhofften sich ein generelles Stimmungsbild über gewünschte Maßnahmen, um Bündnis Handlungsempfehlungen geben zu können.

Die Umfrage war anonym und für alle Arbeitnehmer in Unternehmen aus dem Landkreis Kitzingen offen. Es konnten keine Rückschlüsse auf einzelne Betriebe gezogen werden. Die Umfrage wurde über Unternehmer, die Kreishandwerkerschaft und eine Gewerkschaft verteilt und stand auch online zur Verfügung.

Im Februar 2014 lief die Umfrage "Familienfreundlichkeit am Arbeitsplatz" an. Alle Arbeitnehmer  im Landkreis wurden aufgerufen, sich zu beteiligen. Mittlerweile ist die Auswertung, mit allen interessanten Filterungen nach Antwort, Geschlecht und Alter, abgeschlossen und die Ergebnisse liegen aufbereitet vor.

An der Umfrage beteiligten sich 380 Personen. Das war  nicht schlecht, aber es ist Luft nach oben.  62% der Befragten gaben an in Vollzeit zu arbeiten, davon waren 42% Frauen. 60,5 % der Befragten waren in der  Altersgruppe von 31-50 Jahren.

Bei den Ergebnissen hat sich vor allem beim Thema „Pflege“  abgezeichnet, dass die meisten Teilnehmer verunsichert waren. 50% der Personen gab an, dass Nachteile am Arbeitsplatz  bei der Inanspruchnahme einer Pflegezeit zu erwarten sind. Eine Sensibilisierung auch der Arbeitgeber ist hier sinnvoll. Der Anteil derer, die einen Angehörigen pflegen würden, liegt bei 54,9%. Wunsch und Wirklichkeit liegen bei diesem Thema weit auseinander.

Bei der Frage zur Bedeutung der Maßnahmen für ältere Mitarbeiter  sahen 78,11 % Anpassungen als wichtiges Instrument an. Das Thema scheint alle Altersklassen zu bewegen, die meiste Anzahl an Kommentaren war hier verzeichnet. 

Spitzenreiter bei den gewünschten Maßnahmen waren „Unbezahlte Freistellung für familiäre Engpässe (Pflege von Kindern/Angehörigen)“ sowie „Flexible Arbeitszeit/Gleitzeit“, beide mit über 90% Zustimmung. Einen HomeOffice-Platz finden 70 % der Beteiligten als gute familienfreundliche Alternative, wobei hier nicht nur Frauen/ Mütter, sondern auch ältere Mitarbeiter  eine hohe Entlastungsmöglichkeit sehen, nicht komplett an jedem Tag, aber doch bei Notfällen, Pflege, Kinderbetreuung im Krankheitsfall.

Interessant ist auch das Ergebnis, dass sich 60 % der Teilnehmer eine betriebliche Regelung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf begrüßen würden.

Die Umfrage soll 2016 wiederholt werden, ob sich etwas in der Zwischenzeit getan hat, bei den Unternehmern, aber auch, welche Themen für die Arbeitnehmer akuter geworden sind.