11.04.2019

Frühjahrstagung der Initiative Familienbewusste Personalpolitik

Mit 28.000 Besuchern und rund 700 Ausstellern war die Leitmesse Altenpflege in Nürnberg ein wahrer Besuchermagnet. Mittendrin: die Frühjahrstagung der Initiative Familienbewusste Personalpolitik, deren Gastgeber in diesem Jahr die Altenpflegemesse war. Im Zentrum der Messe: digitale Arbeitswelten.

Dieses Thema wurde direkt aufgegriffen. In einem spannenden Impulsvortrag berichtete Michael Pflügner, 2. Werkleiter des Nürnbergstift davon, wie sich der Pflegeberuf mit dem zunehmenden Einsatz von Technik und Digitalisierung verändert und welche Implikationen dies auf die Mitarbeitenden hat. Beispielsweise wird derzeit erprobt, wie Virtual Reality Angebote den Alltag der Bewohner bereichern können. Interessanterweise sind die Senioren gegenüber der neuen Technologie durchaus aufgeschlossen. Eine Entlastung für die Pflegekräfte bietet eine App zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Angehörigen der Bewohner und dem Nürnbergstift, die dort getestet wird. Das Fazit von Herrn Pflügner lautete, dass Technik dazu beitragen kann, Pflegekräfte von körperlich beanspruchenden und administrativen Arbeiten zu entlasten. Auch erwartet er, dass die Abstimmung von Familie und Freizeit mit der Diensplanung durch digitale Anwendung individueller und flexibler werden kann.

Die Initiative Familienbewusste Personalpolitik informierte über kommende Pflegelostenkurse in Nürnberg, Kerstin Diermeier von der Sparkasse Nürnberg stellte die aktuellen Planungen für den aus der Initiative hervorgegangenen Ferienbetreuungsverbund KooMiKi vor und Konrad Braun vom Senior Expert Service erläuterte in einem kurzweiligen Vortrag das Projekt VerA in der Pflege. Dabei unterstützen ehrenamtliche Ausbildungsbegleiter junge Menschen dabei, ihre Ausbildung erfolgreich abzuschließen.

Anhand aktueller Zahlen zur Erwerbstätigkeit von Frauen in Mittelfranken stellte Eva Didion von der IHK Nürnberg vor Mittelfranken heraus, dass in diesem Bereich viel Potential liegt. Gleichzeitig wurde auch deutlich, dass die Betreuungssituation innerhalb der Region sehr verschieden ist und insbesondere die Schulkinderbetreuung viele berufstätige Eltern vor Probleme stellt. Diese und weitere Aspekte wurden intensiv diskutiert. Dabei wurden Handlungsbedarfe deutlich: sowohl für die öffentliche Hand unter dem Stichwort “Kinderbetreuung” als auch für die Unternehmen, zum Beispiel durch Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort oder der Schaffung von Möglichkeiten zur Übernahme von Führungsverantwortung in Teilzeit.

Mitten im Messegeschehen konnten bei einem kleinen Imbiss die aufgeworfenen Themen vertieft und Kontakte geknüpft werden. Viele Teilnehmer nutzten anschließend die Möglichkeit sich bei einem Rundgang über die Messe über Innovationen auf dem Gebiet der Altenpflege zu informieren.
 

Präsentationen zum Download: