15.10.2010

Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Pflegedienst

Wie lassen sich Beruf und Familie im Dreischichtbetrieb einer Pflegeeinrichtung oder Klinik vereinbaren? Wie gehen Einrichtungen mit dieser Thematik unter den wachsenden inhaltlichen Anforderungen an Pflege um? Nicht steuerbarer Arbeitsanfall, problematische wirtschaftliche Rahmenbedingungen, drohender Fachkräftemangel – wie können Personalverantwortliche diesen Fragen künftig begegnen?

Diesen immer drängender werdenden Fragen stellten sich Führungskräfte, Personalverantwortliche, Personalvertreter und Organisationsberater im Rahmen der Veranstaltung »Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Pflegedienst« am 5. Oktober in den Räumen der Seniorenwohnanlage Johannis in Nürnberg. Veranstalter war das »NürnbergStift«, eine städtischen Tochtergesellschaft, die unter anderem fünf Seniorenheime verwaltet.

Doris Reinecke (Bündnis für Familie) und Renate Doeblin (IHK Mittelfranken) konnten eine große Zahl neuer Betriebe und Einrichtungen begrüßen, von denen einige auch künftig als Arbeitsgruppe am Thema weiter arbeiten wollen. Die Veranstaltung wurde moderiert von Martina Arnold, Auditorin für das »Audit berufundfamilie« der Hertie Stiftung.

Monika Strobel, NürnbergStift, (www.nuernberg.de/internet/nuernbergstift) stellvertretende Gesamtleiterin und verantwortlich für Personal- und Qualitätsmanagement. Sie gab einen einleitenden Problemaufriss zum Thema, in dem sie vor allem auf den sich abzeichnenden Fachkräftemangel und den hohen Altersdurchschnitt in vielen Pflegeeinrichtungen hinwies.

Es schloss sich ein Referat von Hildegard Koppen, Klinikum Nürnberg, (www.klinikum-nuernberg.de) an: Frau Koppen ist Gleichstellungsbeauftragte im Klinikum Nürnberg, einem Unternehmen, das sich schon lange mit familienfreundlichen Leistungen den aufgeworfenen Fragen stellt: auch z.B. der Einbindung ausgeschiedener Mitarbeiter als »Leihomas und Leihopas« für Mitarbeiter mit Familie.

Sofie Geisel, »Erfolgsfaktor Familie«, (www.erfolgsfaktor-familie.de) leitet das Büro des Unternehmensnetzwerks »Erfolgsfaktor Familie« bei der DIHK Service GmbH in Berlin und gab ihrem Vortrag den Titel »Pflege ist weiblich – Vereinbarkeit von Beruf und Familie also fast zwingend«.

Dagmar Janßen, Klinikum Bremen-Ost, (www.klinikum-bremen-ost.de) hat als Frauenbeauftragte und Betriebsrätin die Projektleitung des Audits »berufundfamilie« inne, ihr Haus hat das Grundzertifikat bereits 2005 erworben. Alle Maßnahmen beziehen die Mitarbeiter und ihre Vertretung, in Abstimmung mit der Geschäftsleitung, stark ein. Dazu gehören effektive, kostengünstige Projekte wie die schnelle kollegiale Hilfe in Belastungssituationen durch ein Mitarbeiterteam.

Michael Thiem, (Laufer Mühle, www.laufer-muehle.de) leitet die soziotherapeutische Einrichtung in Adelsdorf (»Sucht- und gewaltfreie Wohn-, Arbeits- und Lebenswelten!«), die sich schon mehrfach zu »Deutschlands besten Arbeitgebern« zählen und den »Deutschen Unternehmenspreis Gesundheit« entgegen nehmen durfte. Herr Thiem brachte die Inspiration eines sozialwirtschaftlichen Unternehmens, das sich stark entwickelt hat und dabei den Geist eines »Familienunternehmens« bewahrte, überzeugend herüber.

Hier finden Sie die Präsentationen: